Zusammenfassung des Artikels über Prof. De Doncker aus dem belgischen "De Standaard"

04.11.2017

Am 4.11.2017 wurde in der belgischen Tageszeitung "De Standaard" ein Interview mit "Prof. Dr.Rik De Doncker, Promoter des Elektroautos in Deutschland" veröffentlicht. Da der Artikel auschließlich auf hollänidsch publiziert wurde, stellen wir ihnen hier eine deutsche Zusammenfassung zur Verfügung. 

  Workshop All Electric Aircrafts Urheberrecht: ISEA Sind sich einig, dass die fliegende E-Mobilität langfristig eine große Zukunft hat (v. li.): Peter Rostek, Prof. Rik W. De Doncker, Dr. Claus Müller, Prof. Rudolf Mathar und Prof. Dirk Uwe Sauer

In dem Artikel, der belgischen Zeitung „De Standaard“, „Die deutsche Automobilindustrie versucht immer noch Zeit zu gewinnen“ spricht Prof. Dr.ir. Dr.h.c. Rik de Doncker über seinen Werdegang als Ingenieur und die Zukunft von elektrischen Antrieben in Automobilen und der Luftfahrt. Hierbei kritisiert er insbesondere die deutsche Automobilindustrie für das Festhalten an der Dieseltechnologie und ihre konservative Einstellung gegenüber Elektroautos.

Als Teil einer vielversprechenden Ingenieurgeneration an der KU Leuven, hat sich Prof. De Doncker schon während seines Studiums der effizienten und sparsamen Nutzung und Umwandlung von Energie gewidmet. „Energie verbrauchen, ohne die Umwelt belasten zu müssen und gleichzeitig so sparsam wie möglich mit Rohstoffen umzugehen“ ist was ihn antreibt. Deswegen hat es ihn, nach einigen erfolgreichen Jahren in den Vereinigten Staaten, nach Deutschland verschlagen. Hier wird die Forschung der Elektromobilität schon lange geschätzt und intensiv gefördert, besonders im Bereich des Schienenverkehrs.

Trotz vieler F&E Projekte, meist unterstützt von der Bundesregierung, waren die deutschen Automobilkonzerne lange unwillig sich voll und ganz auf die Massenproduktion von Elektroautos einzulassen. Mit der festen Überzeugung, dass ihre fortschrittliche Dieseltechnologie unschlagbar ist, haben sie viele Jahre lang ihr Bestes getan, um die Schwachstellen der Elektroautos aufzuzeigen. Der Dieselbetrug hat jedoch deutlich gemacht, dass die deutsche Dieseltechnologie an ihre Grenzen gestoßen ist. „Die klassische Automobilbranche hat es gewagt, sich in eine Sackgasse zu begeben und dann mit den Grenzen des zulässigen zu spielen“, kritisiert Prof. de Doncker. Währenddessen war er an Entwicklung eines elektrischen Transporters mit dem Aachener Unternehmen Streetscooter beteiligt, welcher nun von der DHL genutzt wird. Dass die größten Erfolgsgeschichten der Elektromobilität fernab der etablierten Automarken geschrieben wurden, zeigt die hohen Chancen eines erfolgreichen Einstiegs in diesen Markt.

Der Durchbruch des Elektroautos sei unvermeidlich geworden, so Prof. De Doncker, und jetzt habe er Zeit für eine neue Herausforderung: die Elektrifizierung der Luftfahrt. Hierbei sieht er Potential in der Nutzung neuer Materialen zur Verbesserung der Leistungsdichte von leistungselektronischen Umrichtern sowie elektrischen Antriebssystemen. Das benötigt jedoch vor allem Zeit, um alle technologischen Hindernisse abzubauen und die absolute Sicherheit des elektrischen Fliegens zu gewährleisten. Trotzdem sieht Prof. Dr. Dr. De Doncker optimistisch in die Zukunft: „Ich bin überzeugt, dass Drohnen für den Pakettransport vor meiner Pensionierung ein vertrautes Bild sein werden“.

Und Prof. de Doncker ist nicht der Einzige, der von der Elektrifizierung der Luftfahrt überzeugt ist, so utopisch die Vision auch klingen mag. Denn in der Pressemitteilung zum Workshop mit dem Thema „All-Electric Aircraft“, veranstaltet von der Forschungsgemeinschaft Leistungselektronik und Elektrische Antriebe e. V. (FGLA), verriet er: „Elektrisch angetriebene Flugzeuge gibt es schon seit einigen Jahren, und ich bin davon überzeugt, dass die Entwickler in ihrer Arbeit den Status von Prototypen bald hinter sich lassen werden. Ohne Aussicht auf Erfolg würden sich Unternehmen wie Airbus oder Siemens nicht so intensiv mit diesem Thema beschäftigen, wie sie dies tatsächlich tun.“

Der ganze, holländische, Artikel ist auf der Website des de Standaard verfügbar.