RWTH Aachen und das Luisenhospital unterstützen Viessmann bei der Entwicklung eines einfachen Beatmungsgerätes

  Menschen stehen um einen Tisch und entwickeln Beatmungsgerät Urheberrecht: Viessmann
20.04.2020
 

Die RWTH Aachen und das Luisenhospital unterstützen Viessmann bei der Entwicklung eines einfachen Beatmungsgerätes. Eine Produktion in großer Stückzahl ist kurzfristig möglich, da auf die bewährte Technik der Gas-Brennwertthermen zurückgegriffen werden konnte.

Im Verlauf der Coronakrise wurde schnell deutlich, dass in einigen Ländern keine ausreichende Anzahl von Beatmungsgeräten verfügbar ist. In Deutschland ist die Versorgungssituation für die betroffenen Patienten bisher gut, in Ländern mit einer weniger ausgebauten Infrastruktur im Gesundheitswesen oder höheren Fallzahlen kann es schnell zu kritischen Engpässen kommen.

Das Unternehmen Viessmann hat sich deshalb entschieden, sehr kurzfristig ein Gerät für die Notbeatmung von Patienten zu entwickeln und dabei auf Standardbaugruppen zurückzugreifen, die eine kurzfristige Produktion in hoher Stückzahl und Qualität erlauben. Dr. Markus Klausner, Chief Technology Officer Viessmann Climate Solutions, betont dabei, dass sämtliche Ideen für diese innovative Lösung von den eigenen Mitarbeitern und den involvierten Partnern kommen.

Diese Entwicklung eines Beatmungsgerätes wurde von einem Team des E.ON Energy Research Centers (EBC) der RWTH Aachen intensiv unterstützt und erfolgt in enger Abstimmung mit Medizinern des Luisenhospitals, dem Akademischen Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät sowie weiterer Krankenhäuser. Informationen wurden zusätzlich von der Klinik für Anästhesiologie (UKA) und Lehrstuhl für Medizinische Informationstechnik zur Verfügung gestellt. Die Beatmungsgeräte ermöglichen eine individuelle Einstellung der relevanten Druckniveaus sowie der Atemfrequenz und erlauben eine variable Sauerstoffbeimischung. Sie erfüllen damit die grundlegenden Anforderungen an eine invasive Beatmung von COVID-19 Patienten.

Die kompakten Beatmungsgeräte sind mobil einsetzbar und nicht zwangsläufig auf die technische Infrastruktur eines Krankenhauses angewiesen, weil sie wahlweise über die Sauerstoffversorgung der Klinik betrieben werden können oder alternativ mit angeschlossener Sauerstoffflasche. Eine positive Eignungsbewertung seitens des Luisenhospitals liegt für das neue Gerät bereits vor. Für die jetzt gestartete Sonderzulassung arbeitet Viessmann mit Unterstützung aus dem Bundesgesundheitsministerium mit dem Bundesamt für Arzneimittel und Medizintechnik zusammen.

Eine der Fertigungslinien für Gas-Wandgeräte am Stammsitz der Viessmann Group im nordhessischen Allendorf (Eder) wurde innerhalb weniger Tage auf die Herstellung der intensivmedizinischen Produkte umgebaut. Viele Bauteile der Gaswandgeräte, wie z. B. der elektronische Gas-Luftverbund, konnten für das Beatmungsgerät übernommen werden. Viessmann verfügt zudem über eine sehr flexible Fertigung, die in kürzester Zeit auf die neuen Anforderungen angepasst werden konnte. Näheres hierzu auf der Homepage von Viessmann.